Vergolder*in
Weiterbildung & Karriere
Vergolder*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Die Künstlerische Volkshochschule veranstaltet Weiterbildungskurse zu gestalterischen Fähigkeiten. Weiterbildungseinrichtungen wie z. B. das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten in relevanten kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereichen (z. B. Betriebsführung, Verkauf und Marketing), aber auch zu handwerklichen und technischen Themen Kurse und Lehrgänge an, sowie Vorbereitungskurse auf die Meister*innenprüfung.
Je nach Beschäftigungsbereich und Interesse der Vergolder*innen ergeben sich Weiterbildungserfordernisse auch aus den Arbeitsbereichen Malerei oder Restauration.
Auch der Besuch von Messen und Veranstaltungen, das Lesen von Fachliteratur (z. B. historische Techniken, Kunstgeschichte) und der Austausch mit Spezialist*innen aus verwandten Berufen (z. B. Restaurator*innen oder auch Maler- und Beschichtungstechniker*innen) ermöglicht Weiterbildung zu neuen Entwicklungen im Bereich.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten außerdem Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an berufsbildenden höheren Technischen Lehranstalten sowie an Werkmeisterschulen (z. B. Kunsthandwerk und Design). Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten (z. b. Konservierung und Restaurierung) ermöglicht.
Wichtige Weiterbildungsbereiche für Vergolder*innen sind beispielsweise:
Fachkompetenzen
- Werkstoffe und Materialien
- ökologische und nachhaltige Werkstoffe und Materialien
- Beschichtungstechniken, Korrosionsschutz
- Kunstgeschichte (Stile, Epochen)
- Kunsthandwerk - Restauration
- Historische Verarbeitungstechniken
- computergestützte Analyse und Diagnose
- Mess- und Prüfverfahren
- Betriebsführung
- Handel von vergoldeten Zier- und Gebrauchsgegenständen
- Umgang mit digitalen Anwendungen und Tools
- kaufmännische Themenbereiche
Methodenkompetenzen
- Arbeits- und Betriebssicherheit
- Arbeitsvorbereitung
- Zeitmanagement
- Qualitätssicherung
- Projektmanagement
- Dokumentation
- Kreativitätstechniken
Sozialkompetenzen:
- Kund*innen-, Serviceorientierung
- Kundenbetreuung und -beratung
- Kommunikationsfähigkeit
- Teamfähigkeit
Vergolder*in ist in Österreich ein Nischenberuf. Die Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten sind daher im Berufsfeld begrenzt, können sich aber auch in angrenzenden Berufsbereichen ergeben, wie z. B. in der Restaurierung und der Herstellung von Zier- und Gebrauchsgegenständen.
Nach mehrjähriger beruflicher Erfahrung und Zusatzqualifikationen (z. B. Meisterschulen) können Vergolder*innen zu Team- oder Werkstättenleiter*innen, zu Betriebsleiter*innen oder auch zu Produktdesigner*innen aufsteigen und führen als solche Mitarbeiter*innen und Teams.
Neben einem hierarchischen Aufstieg im Unternehmen ist in diesem Beruf auch eine Weiterentwicklung und Karriere durch inhaltliche und fachliche Spezialisierung auf bestimmte Produktgruppen und Entwicklung in eine Expert*innenrolle (z. B. Restaurierung historischen Zier- und Gebrauchsgegenständen) möglich.
Mit Meisterprüfung besteht die Möglichkeit der selbstständigen Berufsausübung im Rahmen des Handwerks Vergolder*in und Staffierer*in - siehe Menüpunkt Selbständigkeit.